BACHKURTÁG
Pierre Laurent Aimard spielt Klaviermusik von Johann Sebastian Bach und György Kurtág
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Beginn
19:30 Uhr
Ende
21:30 Uhr
Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard bringt für sein Recital im Saal der Brüdergemeine Herrnhut nicht weniger als 33 Stücke mit. Die meisten davon sind allerdings ausgesprochen kurz – es handelt sich dabei um Miniaturen des ungarischen Komponisten György Kurtág, der im vergangenen Februar bei guter Gesundheit in Budapest seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Aimard verflicht Kurtágs Miniaturen mit Auszügen aus dem »Wohltemperierten Klavier« und der »Kunst der Fuge« von Johann Sebastian Bach. Das Konzert bietet die rare Gelegenheit, Korrespondenzen und Reibungen zwischen den beiden zweieinhalb Jahrhunderte auseinanderliegenden Komponisten zu erleben, gespielt vom dafür wohl kompetentesten Interpreten der Welt.
György Kurtágs Sammlung kurzer Klavierstücke, die er mit dem Titel »Játékok« (ungarisch für »Spiele«) versehen hat, umfasst mehr als 400 Miniaturen und wird stetig erweitert. Der Komponist bezeichnet sie als »Werkstatt für mein Leben, ein Notizbuch«. Kurtág zählt zu den weltweit bedeutendsten lebenden Komponisten und arbeitet seit Jahrzehnten eng mit Pierre-Laurent Aimard zusammen, zuletzt am Album »Kurtág: Játékok«, das im Mai 2025 erschien. Dass der Pianist seiner Auswahl aus »Játékok« im Konzert Auszüge aus Johann Sebastian Bachs »Das wohltemperierte Klavier« und »Die Kunst der Fuge« gegenüberstellt (beide Werke hat er ebenfalls eingespielt), ist alles andere als eine postmoderne Laune: Kurtág sieht Bachs Werk als zentrale Referenz für sein eigenes Schaffen. In seinem Programm setzt Aimard überdies eine kluge musikalische Dramaturgie in Gang. Das Ganze wird zu mehr als zur Summe seiner 33 Teile.
Pierre-Laurent Aimard
Der Pianist Pierre-Laurent Aimard wurde 1957 in Lyon geboren und begann bereits als Zwölfjähriger ein Studium am Konservatorium seiner Heimatstadt. Später studierte er bei Yvonne Loriod (der Ehefrau des Komponisten Olivier Messiaen) am Pariser Konservatorium und bei Maria Curcio in London. Mit 16 Jahren gewann er den Kammermusikpreis des Pariser Konservatoriums und den ersten Preis beim internationalen Olivier-Messiaen-Wettbewerb.
1976 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des von Pierre Boulez ins Leben gerufenen Ensemble intercontemporain. 2006 erhielt er den Preis der Kulturstiftung Dortmund. Von 2009 bis 2012 war er künstlerischer Leiter des Aldeburgh Festival in England, das sich insbesondere der Musik Benjamin Brittens widmet. Aimard ist Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und am Pariser Konservatorium.
2017 wurde ihm der Ernst von Siemens Musikpreis zuerkannt, die bedeutendste Auszeichnung für musikalische Leistungen in Deutschland. Obschon Aimard für sein Bachspiel gerühmt wird und auch zahlreiche Werke des klassisch-romantischen Repertoires aufgeführt und eingespielt hat, gilt sein besonderes Engagement der zeitgenössischen Musik. Er war Solist bei Uraufführungen von Werken von Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Tristan Murail oder György Ligeti, dessen gesamtes Klavierwerk er einspielte. Mit Ligeti wie auch mit seinem ungarischen Landsmann György Kurtág war bzw. ist Aimard künstlerisch eng verbunden.
Mitwirkende
Klavier Pierre-Laurent Aimard
Veranstaltungsort
Veranstaltungsort Kirchensaal der ev. Brüdergemeine Herrnhut
Adresse Zinzendorfplatz 1, 02747 Herrnhut