Die Puppe
Wiederentdeckung eines Meisterwerks: Lesung aus Bolesław Prus' Gesellschaftsroman
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Beginn
19:30 Uhr
Ende
21:30 Uhr
Der legendäre polnisch-britische Autor Joseph Conrad (»Herz der Finsternis«) stellte seinen polnischen Kollegen Bolesław Prus (1847–1912) auf eine Stufe mit dem eminenten englischen Romancier Charles Dickens. Zumindest in Deutschland hat Prus das wenig genützt: Von seinem 1200-Seiten-Werk »Die Puppe« (1890) nahm man westlich von Oder und Neiße kaum Notiz. In Polen dagegen hat Bolesław Prus längst seinen Platz in der Literaturgeschichte. Das ihm zu Ehren errichtete Denkmal am Warschauer Königsweg misst beinahe vier Meter.
Die deutsche Ahnungslosigkeit in Sachen Prus hat der Schweizer Kampa-Verlag dank einer hoch gelobten, 2024 erschienenen Neuübersetzung des Werks durch Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein mit einem Paukenschlag beendet. Neu zu entdecken ist in ihrer kongenialen Übertragung die polnische Antwort auf »Anna Karenina« von Leo Tolstoi. Prus entfaltet ein unendlich reiches Gesellschaftspanorama Warschaus im ausgehenden 19. Jahrhundert zwischen aufstrebendem Bürgertum und Aristokratie und liefert glanzvolle Milieustudien.
Warum dieser historische Stoff heute (wieder) so aktuell scheint, dass »Die Puppe« nach mehreren Verfilmungen aus dem 20. Jahrhundert in diesem Jahr eine weitere polnische Kinofassung erfährt und Netflix an einer Serie dazu arbeitet, aber auch, warum »Lalka« (so der Originaltitel) ein literarischer Solitär ist, der bis heute Maßstäbe setzt: darüber sprechen Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein an diesem Abend im stimmungsvollen Gartensaal des Barockschlosses Altdöbern mit Thoralf Czichon, Literatur-Dramaturg des Lausitz Festivals. Ins vielstimmige Kolorit des Romans entführt die Lesung ausgewählter Passagen.
Eine Kooperation zwischen dem Verein der Freunde des Rohkunstbau e. V. und dem Lausitz Festival
Unser Tipp:
Zeitgleich zur Veranstaltung läuft im Schloss Altdöbern der 31. Rohkunstbau »Die Kunst des Überschreitens«, kuratiert von Christoph Tannert, mit Arbeiten von 16 zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen. Seit 2022 finden die Ausstellungen des 1994 gegründeten Rohkunstbau im Schloss Altdöbern statt.
Im Zuge der Kooperation besteht die Möglichkeit, um 18:00 Uhr an einer exklusiven einstündigen Kuratorenführung durch die Ausstellung teilzunehmen.
Beim Kauf der Lesungstickets kann die Führung bequem dazugebucht werden – in unserem Reservix-Shop.
Veranstaltungsort
Veranstaltungsort Schloss Altdöbern
Adresse Am Park, 03229 Altdöbern
Kooperationspartner