Theater 


»Kunst ist das, was Welt wird, nicht was Welt ist.« (Karl Kraus)

Die Seuche

Das Schauspiel von Lars Werner und Giorgi Jamburia wird in der Bearbeitung von Dorotty Szalma gezeigt und ist von brennender Aktualität: Sechs Personen sind von einer tödlichen Krankheit bedroht und ihrer Unmenschlichkeit ausgeliefert. Eingesperrt im Gewirr von irrenden Fremden und einem Gerücht glauben die Eingeschlossenen, dass sie die Freien sind. Aber wie leicht schlägt das, was wir glauben, um?! Die bloße Unwissenheit, die Unmöglichkeit der Vergewisserung, erzeugt einen zerstörerischen Drang zum Zweifel...

Dorotty Szalma, Regie und Ausstattung

 

»Jede echte Erzeugung der Kunst ist unabhängig, mächtiger als der Künstler selbst und kehrt durch ihre Erscheinung zum Göttlichen zurück und hängt nur darin mit dem Menschen zusammen, dass sie Zeugnis gibt von der Vermittlung des Göttlichen in ihm.« (Ludwig van Beethoven)

Tauben Liebe

Bereits völlig ertaubt hat Ludwig van Beethoven 1823 einen recht banalen Walzer von Diabelli in 33 meisterhaften Variationen bearbeitet. Antonio Fian hat 2019 zwischen die einzelnen Musikstücke szenische Miniaturen über zwei Frauen und ihre nie erhörte, taube Liebe gesetzt, die der berühmten Komposition gegenübergestellt werden. Die einzigartige Verbindung aus Literatur und Musik verstärkt die Wirkung des musikalischen Meisterwerks, und so nehmen die vertrockneten Guglhupf-Brösel, die die Frauen den Tauben streuen, vielfach Gestalt an.

Isabel Karajan und Henriette Thimig, Schauspiel - Daniel Ciobanu, Klavier

Klaus Ortner, szenische Einrichtung

 

»Deutschland, das sind wir selber.« (Heinrich Heine)

Krieg und Frieden
ÜBER DEUTSCHLAND DENKEN / DENKEN ÜBER DEUTSCHLAND / DEUTSCHLAND ÜBERDENKEN

Die szenische Lesung zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung fängt mit dem Ende des Zweiten Kriegs vor 75 Jahren an und lässt den Optimismus tönen, der 1949 die Gründung der DDR bestrahlte. Der Blick auf diesen Staat von 1989 hingegen zeigt ein verrottetes Gebilde. Im Westen hingegen wurde bis 1968 nicht eine Utopie laut, sondern vielmehr der Wunsch nach bürgerlicher Rückkehr. Ost und West durchdringen sich an einem Abend und erlauben textlich sinnliche Grenzgänge und Neubetrachtungen.

Manuel Soubeyrand, Regie - Florian Hein, Regie - Texte von Heiner Müller, Thorsten Nagelschmidt

 

»Was ist der Mensch? Die Tragödie Gottes.« (Christian Morgenstern)

Antigone Neuropa

Die Kultperformance zum deutsch-deutschen Nationalfeiertag richtet den Blick auf Europa. Das Projekt des polnisch-luxemburgischen Performance-Künstlers Filip Markiewicz und der neuen Schauspieldirektorin Ruth Heynen analysiert performativ insbesondere zwei Gegenstände: Die universelle Tragödie – und das Erbe sowie die Geschichte Europas. Der Stoff von Antigone verhandelt grundsätzlich das Verhältnis zwischen Tradition und Neuerung, aber auch das zwischen Staat und Individuum. Ein sinnig sinnliches Spektakel!

Kultperformance zum deutsch-deutschen Nationalfeiertag von Filip Markiewicz und Ruth Heynen im Rahmen von Filip Markiewicz’ Projekt »Ultrasocial Pop«, unterstützt von der Bourse Bert-Theis.

Texte von S. Zizek, Sophokles, F. Nietzsche, J. Butler, G. W. F. Hegel

 

»Ohne Illusionen ist das Leben nur bloßes Existieren.« (Mark Twain)

KING SIZE

Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler ist nicht nur ein Meister der theatralen Zwischentöne, sondern weiß auch: Singen hilft! In KING SIZE versucht ein Paar in einem Hotelzimmer zur Ruhe und zueinander zu kommen, doch eine ältere Dame und ein geheimnisvoller Pianist verhindern das durch Opernarien von Mozart über Wagner zu Berg und Schlager von The Kinks oder The Jackson Five – die Musik kreist vielgestaltig um die große Liebe und den tiefen Schlaf. Ein heiter-melancholisches Vergnügen!

Szenischer Liederabend von Christoph Marthaler, Gastspiel des Theaters Lausanne

Tora Augestad | Bendix Dethleffsen | Michael von der Heide | Nikola Weisse